Forum: Karrierewege an der Hochschule

Etwa 120 Teilnehmer nahmen an dem Forum Teil. Etwa 10% waren Studierende, 70% Doktoranden und der Rest Post-Docs oder auch Professoren. Fast alle von den Doktoranden streben eine wissenschaftliche Karriere an (was ja nicht überraschend ist). Die Moderatoren, Prof. Klaus Wehrle und Prof. Wolf-Tilo Balke haben das Forum recht offen gestaltet. Klaus Wehrle kam bei mir rüber als ein sehr netter offener Mensch, der eine sehr optimistische Sicht auf alles hat. Diesen optimismus hat er auch versucht uns zu vermitteln (und ist bei mir gescheitert). Wolf-Tilo Balke hat sich realitätsnah gezeigt und hat wiederholt harte Wahrheiten angesprochen. Vom KissWin wurde ein Video vorbereitet, das anhand von fünf Personen verschiedene Karriere Wege gestaltet. Es wurde immer ein Beitrag gezeigt und danach wurde diskutiert.

Im Grunde gibt es nur einen Karriereweg: den Professor. Alternativen tun sich lansam auf (Lehr-Prof, Lecturer), diese existieren aber bisher nicht. Die Hochschulen befinden sich aber zurzeit im Umbruch, sodass es in der Zukunft auch neue Möglichkeiten geben kann. hier soll man sich auch selbst engagieren und gestalten (leider wurde nicht gesagt wie).

Folgende Themen wurden besprochen:

  • Auslandsaufenthalte
    Auslandsaufenthalte sind sehr förderlich – es geht sicher auch ohne, aber ein Auslandsaufenthalt wird einem immer als Bonus eingerechnet. Dabei sollte man 1-2 Jahre einplanen und auch versuche Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Es ist auch möglich Teile der karriere im Ausland zu bestreiten und dann nach Deutschland zurückkehren. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob man auch ohne Habilitation dann als Prof berufen werden kann – hängt wohl von der Fächerkultur.
  • Familie
    Da ein Großteil der anwesenden Frauen waren, wurde das Thema Familie sehr intensiv diskutiert – leider ohne Ergebnisse. Ja, es ist schwer als Frau mit Familie ins Ausland zu gehen. Ja, es ist schwer, sich an der geforderten Mobilität zu halten (vorbei es hier mittlerweile besser wird und mit Glück kommt man mit nur einem Umzug aus). „Es ist halt ein schwieriger Beruf und man muss versuchen es da mit der Familie irgendwie hinzukriegen“. Wie man das machen soll wurde nicht angesprochen. Man ging eher von dem klassischen Modell aus: Herr Professeor, hausfrau und kinder, die dann mit umziehen. Alternativen gibt es wenn man mit einem Stipendium gefördert wird (z.B. Emmy Noether-programm für Post-Docs).
  • Praxiserfahrungen
    Man kann nach der Promotion auch in die Praxis gehen. Mit den Praxiserfahrungen kann man dann auch FH-prof werden. Hierzu hatten aber nur wenige Anwesende Lust – eher alss Fall-back-position. Aber bestimmte Bereiche – z.B. Maschinenwesen – berufen nur Leute aus der Praxis. Man kann die kontakte zur praxis auch während der wissenschaftlichen Arbeit pflegen (Praxis-DA). Auch eine Habilitation neben dem Beruf (ähnlich wie die externe Promotion) ist auch möglich, allerdings recht schwer.
  • Netzwerke
    Wenn man eine Karriere an der Hochschule anstrebt sind Netzwerke das A und O. Für die eigentliche Berufung fast genau so wichtog, wie die Publikationen!

Zusammenfassend:

Wenn man ein Prof werden will, sollte man sich dass schon gut überlegen. Man musss auch mit sich selbst ehrlich sein. Ausgehend davon, dass nur die Besten genommen werden, sollte man sich realistisch zu den Besten zählen können. Es gibt mittlerweile gut Möglichkeiten zu Promovieren und auch zu Habilitieren/Juniorprofessur/Nachwuchsforschungsgruppe. Es gibt aber nicht mehr Professuren und praktisch keine Berufsmöglichkeiten im Mittelbau (es sein denn, man arbeitet mit 3-Jahresverträgen im Rahmen von Drittmittel-Projekten).

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