KissWin – Wie geht es dem Wissenschaftlichen Nachwuchs an den Universitäten?

Dies war im großen und ganzen ein guter Vortreg, in dem die Probleme offensiv angesprochen wurde und auch einige Lösungsansätze vorgestellt wurden. Leider sind dies recht allgemen Lösungen, die man nur begrenzt für dich verwerten kann, d.h. wenn man schon mitten in der Promotion steckt. Natürlich ist es dennoch wichtig langfristige, großflächige Lösungen zu suchen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob diese Tagung die richtige Platform, mit der richtigen Zielgruppe ist.

Prof. Müller steigt in den Vortrag mit recht kritischen Thesen ein um Diskussion anzurechen:

In keinem anderen Land wird von den Promovierenden so emphatisch gefordert, dass sie mit ihrer Arbeit einen eigenständigen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten.

Aber: Die Gegebenheiten an den deutschen Universitäten werden diesem Anspruch nicht (nur bedingt) gerecht.

Prof. Müller nennt folgende Probleme:

Die soziale lage der NW ein hohes Niveau von Unsicherheit. Bei weitem nicht alle Promovierende haben eine Stelle an einer Universität/Institution. viele müssen die Promotion selbst finanzieren. dabei gibt es starke Unterschiede zwischen den Disziplinen (insbesondere Geisteswissenschaftler stehen schlecht da).

Eine Promotion dauert im Schnitt 4-5 Jahre, weil die Promovenden mit anderweitiger Arbeit überlastet sind. In diesem Zusammenhang prangert Prof. Müller auch die mangelde Leistung von einigen Professoren an („Die Mehrheit der Professoren betreuen Ordentlich, das verspreche ich Ihnen!“) Diese Faktoren führen zu einer Abbrecherquote von ca. 50%.

Insbesondere Frauen werden von den Schwierigkeiten betroffen, was zu einer Unterrepresentation führt. Der Frauenanteil steigt auch nur langsam ein. Im Bereich der Stipendien jedoch ist der Frauenanteil sehr hoch – um so höher, je transparenter das Auswahlverfahren ist. Das scheint darauf hinzudeuten, dass wenn ein einzelner Professor auswählen muss, dieser verstärk auf männliche Kandidaten zurückgreift.

Um die Situation zu verbessern, müssen jetzt Ansätze gefunden werden – hierzu fehlt aber bisher der politische Wille. Folgende Ansätze gibt es schon:

  • Graduiertenschulen, speziell für Promovenden (Curriculum, Stipendien, Betreuung
  • Betreuungskontrakte über gegenseitige Verpflichtungen
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
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