Ist eLearning ein Produkt?

Heute gab es im Rahmen einer Veranstaltung des Counsel-Netzwerk den Vortrag „Neue Chancen für E-Learning und Wissensmanagement“ von Joachim Niemeier. Er ist Honorarprofessor in Stuttgart und Autor des Blogs 7 days and more.

Eine interessante Variante den Vortrag zu beginnen, war eine Selbstvorstellung anhand der Tag-Cloud seiner Bookmarking-Liste. Darüber ist er durch die Kombination der Tags „Rock“ und „Art“ zu seinem Interessen an Felszeichnungen gekommen, welchen seinen ersten Kontakt zu Web 2.0 kennzeichneten. Eine ihn interessierende Felszeichnung hat er in ein Fotoportal integriert, wurde auf das richtige Taggen aufmerksam gemacht und ist über weitere Beiträge (Engagement) zu Felszeichnungen von anderen als Experte in diesem Gebiet wahrgenommen worden.

Als nächstes hat er die Frage anhand eines Statement aufgeworfen: Ist E-Learning tot?

Im Folgenden folgten die Erläuterungen einem Phasenmodell zur Reife von Innovationen, welches die Phasen

  1. New,
  2. Leading Edge,
  3. Product und
  4. Common Utility

beinhaltet. Die einzelnen Phasen wurden schön am Beispiel der Automobil-Entwicklung von Daimler erläutert.
Um den viralen Effekt von Web 2.0 zu erklären, brachte er als Nächstes das Numa Numa Beispiel und zeigte ein sehr amüsantes Video von Youtube. Es wurde nun die Frage aufgeworfen: „Warum funktioniert das?“

Dazu kam eine nicht näher erläuterte Dreiteilung als Eigenschaften für den Umgang mit Inhalten im Web 2.0:

  • Rip (sammeln),
  • Mix (fremdes und eigenes) und
  • Feed (teilen).

Dazu gab es nun noch eine schöne Übersicht, wie im Web 2.0 die Anzahl der Nutzer und vor allem Produzenten gestiegen ist sowie ein paar Erläuterungen zur Übertragung der Technologien auf das Unternehmen und zum Thema Enterprise 2.0. Danach folgte als Beispiel für das Verständnis zu eLearning 1.0 eine Vorgehen zur Erstellung und Verwendung von Lerninhalten als Sharable Content Objects. Im Unterschied dazu wurde eLearning 2.0 als Zusammenstellung verschiedener Ressource beschrieben (eigener, Open Source, Kollegen, Open Educational Content).

Als Problem für Unternehmen wurde das Fehlen bzw. fehlende Wahrnehmung einer Inhalte-Policy (Umgang mit produzierten Inhalten) identifiziert. Als Negativ-Beispiel wurde angeführt, dass Unternehmen Wiki einführen, aber nicht wissen wie.

Der Vortrag schloss mit einer Einschätzung ab, dass E-Learning in dem 4-phasigen Modell derzeit bei Leading Edge und Product steht.

Als spontane Einschätzung möchte ich anmerken, dass der Vortrag wahrscheinlich vom Thema zu breit angelegt war und deshalb viele Themen nur anreißen konnte. Er ist sicherlich für eine Web 2.0 und Social Software unbeleckte Gruppe interessant und anregend. Für jemanden, der sich näher mit dem Thema beschäftigt, wechselt er stets an den interessanten Punkten den Fokus auf einen anderen Bereich und verhindert die Diskussion dadurch, dass man nicht weiß, wo man zuerst ansetzen möchte.

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2 Gedanken zu „Ist eLearning ein Produkt?“

  1. Der Vortrag war der erste der konzipierten praxisorientierten Vortragsreihe „eLearning Stammtisch“ des Kompetenznetzwerks eLearning Dresden e.V. (CoUNSeL).

    Es ist geplant, 3-4 mal jährlich möglichst praxisnahe/aus der Praxis kommende Beiträge einzuwerben, um die regionale Aufmerksamkeit auf eLearning und das Kompetenznetzwerk zu lenken.

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