Nachdenken über die studentische Seele

Ich habe gerade mit drei Studenten die AQUA Seminararbeiten besprochen. Ich finde ich hatte durchaus ein breites Spektrum an Studententypen getroffen, obwohl es nur drei waren: von totaler Frust und dem Gefühl ungerecht behandelt zu sein bis zu offener Neugier und Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Die Sitzung stimmt mich sehr nachdenklich. Unsere Studenten haben es schwer. Sie müssen Punkte sammeln und gute Noten bekommen. Und sie möchten etwas Neues lernen und ausprobieren. Diese zwei Ziele gehen aber oft in unterschiedliche Richtungen. Als Lehrender weiß ich das. Ich möchte vieles den Studenten positiv anrechnen, dennoch muss ich aber so sachlich, objektiv und gerecht bleiben, wie es nur geht. Es gibt aber Themen, die sich mit Studenten immer wieder nur schwer diskutieren lassen.

„Ich habe aber so viel Zeit investiert…und so viele Seiten geschrieben…so viele Quellen angegeben!“

Nein, Masse reicht einfach nicht aus. Der studentische Aufwand ist mit den Leistungspunkten zu bemessen und nicht mit der Note. Wenn eine sehr gute Note nur mit deutlich mehr Aufwand zu erreichen ist, als über die Leistungspunkte angegeben, muss man eben diese anpassen. Aber bloß weil der Student fleißig war, hat er nicht automatisch eine gute Note verdient.

„Naja, aber hätte ich das gewusst, hätte ich das ganz anders gemacht!“

In der Klausur sollten wir den Studenten das abverlangen, was wir ihnen vermittelt haben. Aber manchmal darf es – nein muss es – auch mehr sein. Die Studenten müssen auch andere Beispiele/Themen behandeln können. Sie müssen auch im Stande sein, sich etwas selbständig anzueignen. Un vor allem müssen sie doch zu uns kommen können, wenn sie Zweifel haben.

„So was konnte ich damals nicht machen…das wusste ich ja damals noch nicht!“

Oft gibt der Student sein Bestes – und ist dann ganz schockiert, wenn er trotzdem eine schletere Note bekommt als erwartet. Aber das Beste ist manchmal nicht gut genug. Man macht nun mal Fehler und lernt von ihnen später. Guter Wille allein reicht für eine sehr gute Note nicht aus

….

Doch wie teilt man den Studenten diese harte Wahrheiten mit? Oft wehren sie sich mit Händen und Füßen davor. Und es ist egal, wie transparent man ein Verfahren darstellt, es gibt immer wieder Studenten die sich missverstanden, fast betrogen fühlen. Sie wollen schließlich ihre guten Noten bekommen. Sie brauchen sie für die Abschlüsse. Manchmal ist das Lehren ganz schön schwer…

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