Nachtrag zum Vortrag von Prof. Niemeier

Fast genau einen Monat ist es her, dass ich den im Post Ist eLearning ein Produkt? von einem Vortrag von Prof. Niemeier im Rahmen des Dresdner CoUNSeL-Netzwerkes berichtete. Damals hatte ich noch keinen Twitter-Account, angeregt durch den Vortrag habe ich einen, finde Pownce aber besser. Es wird von mir allerdings auch stärker zur internen Kommunikation mit Kollegen benutzt, statt zur Außenkommunikation für die Welt. Prof. Niemeier ist mit seiner Twitter-Außenkommunikation dagegen sehr aktiv.

Damit sich auch jeder selbst ein Bild vom Vortrag machen kann, sind einerseits die Folien bei Slideshare zu finden und andererseits kann man sich den Vortrag als eLecture nochmals anschauen. Auch auf eine zweite Reflektion zum Vortrag möchte ich an dieser Stelle aufmerksam machen.

Nach einigem Sinnieren über den Vortrag und die Anmerkungen sei vielleicht noch eine Frage aufgeworfen: Werden die Web 2.0 oder Social Software Anwendungen nicht eigentlich nur mit dem Ziel der informelleren und dadurch schnelleren Kommunikation verwendet? Und wenn das so ist, ist eLearning 2.0 dann nur informelles Lernen oder ist da mehr?

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8 Gedanken zu „Nachtrag zum Vortrag von Prof. Niemeier“

  1. Mein Twitter-Account ist „HolyHendrik“, allerdings bin ich eher ein ruhiger Vogel 😉
    Ein Lehrstuhl-Tweet gibt es derzeit nicht, wäre aber auch mal eine interessante Idee.
    Das Ende von Pownce habe ich auch schon in einem anderen Blog beklagt: http://suebrue.wordpress.com/2008/12/03/pownce-auf-dem-sterbebett/
    Da wir uns mit Twitter nicht so recht anfreunden konnten und Pownce nun tot ist, läuft derzeit der Test mit Yammer. Aber so gut wie Pownce ist es leider nicht. 😦

  2. Inhalte spielen sicher auch für das eLearning in der Version 2.0 eine wichtige Rolle (Search/Create bzw. Rip/Mix/Feed). Wobei die Spielformen vom „reinen“ User Generated Content über Peer Generated Content bis hin zum Open Educational Content reichen können.

    Ist eLearning 2.0 eine stärkere Fokussierung auf die informale und schnellere Kommunikation? Ja, auch dieser Aspekt spielt auch eine wichtige Rolle. Wobei ich denke, dass die Trennung in interne und externe Kommunikation keine zentrale Rolle mehr spielt. Aber dazu gleich nochmal.

    Zwei weitere Wirkzusammenhänge sollte man für das Verständnis von 2.0 noch berücksichtigen: (1) Reputation und Anerkennung und (2) Beziehung und Konversation.

    Reputation und Anerkennung spielen in allen Formen von sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle, also auch beim Lernen in Netzwerken. Wie kann man aber beurteilen, ob ein eLearning-Inhalt bzw. der Autor „verlässlich“ ist? Elektronische Marktplätze (eBay, Amazon) haben dazu schon einige Ansätze erprobt und in den allermeisten Fällen funktioniert es. Aber wie schafft man „Reputation und Anerkennung“ in einem Lern-Netzwerk? Wie stellt man in einem offenen Web 2.0-Umfeld die Qualität von Lerninhalten sicher? Wie schafft man Anreize und Motivation? Ohne eine Lösung für diese Themen wird eLearning 2.0 nicht funktionieren!

    Am spannensten finde ich aber das Thema „Beziehung und Konversation“. Informales Lernen verbirgt sich dahinter. Aber nicht nur. Schnell ist man dann bei den Ideen des Konnektivismus. Dazu schreibt George Siemens:

    „The starting point of connectivism is the individual. Personal knowledge is comprised of a network, which feeds into organizations and institutions, which in turn feed back into the network, and then continue to provide learning to individual. This cycle of knowledge development (personal to network to organization) allows learners to remain current in their field through the connections they have formed.“

    Das ist dann auch die Erklärung, warum mir die Unterscheidung in Innenkommunikation und Aussenkommunikation schwer fällt. Das Netzwerk ist entscheidend, nicht die „organisatorische“ Grenze.

    Beim Web 2.0 spielen die Netzwerkeffekte in allen Facetten eine wichtige Rolle. Und das hat natürlich auch Auswirkungen auf das Lernen. Es werden nicht nur (Lern-) Inhalte mit Menschen zusammengebracht (oder vielleicht besser „Inhalte für Menschen zugänglicher gemacht“), sondern vor allem Menschen mit Menschen.

    Wenn ich mal die ganzen Argumente zusammenfasse, dann ist für mich eLearning 2.0 wesentlich mehr als „nur“ informales Lernen.

    Mit dem Thema müsste man sich mal ausführlicher beschäftigen 🙂 Deswegen bin ich auf Feedback gespannt!

  3. Hola,

    sehr interessante Frage (nach eLearning 2.0)!
    Das würde mich ja direkt zu der Frage bringen, ob man das 2.0 sklavisch als „user added content“ betrachtet, was ja der Web 2.0 Vision auch zugrunde liegt, oder ob das 2.0 eine evolutionäre Weiterentwicklung des 1.0 – Ansatzes darstellt. Bei ersterem würde ich deine Frage mit NEIN beantworten, was dann wohl heisst, auf eLearning 3.0 warten zu müssen 🙂

    In sofern ist die Frage wohl terminologischer Natur. Wird die Terminologieverwendung äquivalent zum (m.E. falschen Gebrauch des „2.0“ in Web 2.0) weiterhin konsequent (falsch) interpretiert oder löst man sch mit der sprachlichen Bindung von diesem Ansatz. Ersteres würde obwohl falsch, zu einer stringenten terminologischen Verwendung des Begriffes führen; Zweiteres hingegen „richtiger“ verwendet, aber sprachlich konfus werden. Scheinbar ist aber „Web 1.5“ (oder analog eLearning 1.5) irgendwie nicht gut zu verkaufen…
    Das ist aber nur meine Meinung 🙂

    Der K@Y

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