Wirtschaftsinformatik – weit mehr als Modellieren und Programmieren!

Aus der Reflektion der Mitarbeiter der Wirtschaftsinformatik-Professuren an der TU Dresden anlässlich der Informationsveranstaltung über die Schwerpunkt-Wahloptionen in den Bachelor-Studiengängen der Fakultät (15.01.2009) geht hervor, dass es viele Un-/Missverständnisse gibt über

  • den Lehrgegenstand der Wirtschaftsinformatik, 
  • die Inhalte der in den Folgesemestern stattfindenden Module und Lehrveranstaltungen
  • den Anwendungsbezug der Wirtschaftsinformatik im Kontext der Wirtschaftswissenschaften.

Den Studierenden sei angeraten, von der im Zuge der Modularisierung im Bologna-Prozess entstandenen sehr viel höheren Informations-Transparenz über 

  • Studienabläufe
  • Modulinhalte
  • Voraussetzungen/Vernetzungen

Gebrauch zu machen und sich NICHT von aktuellen Inhalten grundlegender Module „abschrecken“ zu lassen.

Der Wahlpflicht-Bereich Wirtschaftsinformatik (Minor) beinhaltet die Module

  • Informationssysteme und Wertschöpfung (6 LP) mit Vorlesung und Projekten zu Geschäftsmodellen in der Internet-Ökonomie (also die ökonomischen Potenziale der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK Systeme)
  • Informationsverwendung (9 LP) mit Vorlesungen, Übungen und Projekten zu den Themen „Information und Wissen“ sowie „Modellbasiertes Management“.

Wichtige Anmerkung: beide Module sind durch Lehrangebote aller 4 Professuren der Wirtschaftsinformatik untersetzt.

Wir meinen, dass dieser Themenbereich (der OHNE Programmierung und Datenstrukturmodellierung auskommt) sich sehr elegant in die Betriebswirtschaft einfügt.

In diesem Sinne verleiht die Wirtschaftsinformatik den traditionellen Wirtschaftswissenschaften eine moderne, methodengeleitete, gestaltungsorientierte instrumentelle Perspektive.

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Ein Gedanke zu „Wirtschaftsinformatik – weit mehr als Modellieren und Programmieren!“

  1. Perfekt! Damit kann ich absolut dáccord gehen! Was nützt eine Elfenbeinturm-Ausbildung, die nicht praktisch angewendet werden kann? Forschung um der Forschung willen; also zum Selbstzweck hilft vielleicht noch denen, die Wissenschaftler werden wollen. Ein großer Teil der zukünftigen Absolventen will sich aber auf den Arbeitsmarkt vorbereiten! Das muss eine primäre Zielgruppe unserer praxisgeleiteten Forschung sein!

    Allerdings stellt sich mir eine zentrale Frage in dieser Diskussion:
    Welchen Mehrwert kann denn ein Absolvent einer Universität gegenüber einem Absolventen einer anderen Bildungseinrichtung erbringen, der
    – bessere Aufstiegschancen,
    – höheres Gehalt und
    – die Reputation der Alumni rechtfertigt?

    Meine Eltern haben mir immer gesagt (und das war ein Hauptgrund für die Entscheidung pro Uni), dass man an der Uni „akademisches Denken“ lernt. Aber was soll das sein?

    Meine Antwort darauf ist, dass man (an einer Universität) lernt, analytisch an Probleme heranzugehen und ausgehend von dem Problem auf methodischem Wege zu einer Lösung zu kommen.
    Also ist die Analyse und die methodische Herangehensweise, ergo die strukturierte Problemlösefähigkeit (unabhängig vom konkreten Problem) ein Must-Have, wenn man die Universität verlässt. Dieses methodisch-analytische Vorgehen muss also zwangsläufig Grundlage unserer Lehre (und damit auch unserer Forschung) sein. Nur wenn dieses Herangehen von den „Lehrenden“ gelebt wird, kann dies (überzeugend und nachhaltig) vermittelt werden.
    Die Frage, der sich die Wirtschaftsinformatik (auf universitärer Ebene) daher stellen muss, ist die, wie „abgehobene“ Methoden- und Wissenschaftsforschung als Werkzeuge zur methodischen und praxisrelevanten Forschung operationalisiert werden und für (praxisrelevante) Problemstellungen nutzbar gemacht werden kann.

    Möglicherweise ergibt sich ein Teil der o.g. Missverständnisse aus genau der Ambivalenz zwischen „Forschungsmethodologien verstehen, operationalisieren und vermitteln“ und „Forschungsmethoden weiterentwickeln“ (um der Forschung willen). Das ist aber (zumindest an unserem Lehrstuhl) nicht Gegenstandsbereich – weder in der Forschung, noch in der Lehre…

    Allerdings glaube (und weiß) ich, dass große Teile des benötigten methodischen Rüstzeugs in der Ausbildung der neuen (und alten) Studiengänge verankert ist.
    Also keine Angst, alles wird gut!

    K@Y-Uwe Michel

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