Vortrag vom Bundesminister Wolfgang Tiefensee an der TUD

Am 17.02.2009 fand an der TU Dresden ein Vortrag vom Bundesminister Wolfgang Tiefensee zum Thema „Wirtschaftlicher Erfolg durch Kooperation von Forschung und Unternehmen“. Da dieses Thema (gut, zumindest der Titel) meine Doktorarbeit direkt betrifft (mehr zu meinen Forschungsfeldern, mehr zu meiner Doktorarbeit), habe ich mir den Vortrag angehört. Ich fasse mal kurz zusammen: Es ist wichtig, dass die Hochschulen mit (kleinen und mittelständischen) Unternehmen zusammenarbeiten. Es ist auch wichtig, dass die innovativen Ideen aus den Hochschulen ihren Weg in die Wirtschaft finden. Ja, Ostdeutschland hat besondere Bedürfnisse, hier wird aber einiges schon getan. Man muss stark sein und in die Zukunft blicken. Und man muss mit anderen zusammenarbeiten – dann werden wir es schaffen.

Der Vortrag ging erstmal 10 Minuten später los :-). Herr Tiefensee wurde am Anfang natürlich von dem Rektor, Prof. Herrmann Kokenge begrüßt und vorgestellt. Herr Kokenge wies dabei auf die Bedeutung der TU Dresden für den wissenschaftlichen Transfer sowie die Ausbildung der Fachkräfte in der Region hin.

Herr Tiefensee stieg (als Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer) mit der Thematik der Ost-West-Trennung – oder eben des Ost-West-Zusammenwachsens an. Er behauptete, dass für die „junge Generation“  Ost- und Westdeutschland bereits zusammengewachsen seien. Aber für die „älteren“ sei dieses Ziel noch nicht realisiert. Ost- und Westdeutschland sollen – eigentlich müssen – aber zusammen arbeiten um die neuen Herausforderungen zu meistern: sie müssen zusammen wachsen. Welche Rolle kann dabei der Transfer zwischen den (Ost-) Universitäten und Unternehmen spielen?

Das Handelsblatt hat 100 kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zusammengestellt, die zurzeit nicht kleine sind, aber hohes Potenzial für die Zukunft haben: die kommenden deutschen Weltmeister. Eine Reihe dieser Unternehmen ist in Ostdeutschland angesiedelt. Für die Förderung solcher Unternehmen sei Bildung besonders wichtig. Hochschulen spielen hier sowohl eine wichtige Rolle als Innovationszentren als auch als Ausbilder der künftigen Experten. Herr Tiefensee nannte einige Programme, die die (Aus-) Gründung von Unternehmen sowie den Betrieb von innovativen KMU unterstützen sollen.

Laut Herrn Tiefensee durchläuft eine innovative Technologie drei Phasen:

  1. die Technologie wird verdächtig beäugt
  2. die Technologie wird belächelt
  3. die Technologie setzt sich durch und alle wussten „schon immer“, dass es eine gute Idee war

Wichtig sei es, den Mut zu haben, die ersten zwei Phasen durchzustehen.

In anschließender Diskussion wieß Herr Kokenge zuerst darauf hin, dass die TUD viele Kontakte zu Partnern auf der ganzen Welt hat (z.B. Vietnam, Syrien). Diese Kontakte werden aber zurzeit nicht ausreichend für die Wissenschaft genutzt. Dem konnte Herr Tiefensee nur zustimmen. Die Debatte wandte sich dann der Exzelenzinitiative zu. Hier haben die ostdeutschen Unis am Anfang schlecht abgeschnitten. Es werden nun aber neue Kriterien einbezogen, die die Stärken der ostdeutschen Unis explizit berücksichtigen. Das Thema niedrige Gehälter von Professoren in (Ost-) Deutschland ist kurz angeklungen. Und natürlich unweigerlich die Finanzkrise (Qimonda lässt grüßen). Darauf folgten einzelne sehr konkrete  (fast schon zu konkrete) Fragen, insbesondere aus dem Bereich Architektur. Ein Mitarbeiter der Informatik Fakultät hat nach häufigsten Problemen gefragt, die bei der Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen entstehen können. Die blieb aber leider unbeantwortet.

Alles in allem eine nette Veranstaltung, aber hätte ich darüber in der Zeitung gelesen, hätte ich die Zeit besser einsetzen können. Alles war allgemein gehalten, eher optimistisch und nett, alles halt sehr „politisch“. Nichts neues und auf jeden Fall nichts für meine Doktorarbeit.

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2 Gedanken zu „Vortrag vom Bundesminister Wolfgang Tiefensee an der TUD“

  1. Unternehmensvertreter waren zwar da, aber haben sich nicht an der Diskussion beteiligt.

    Was den Titel angeht, hast du vollkommen recht. Eigentlich ging es um die Kooperation von Hochschulen mit Unternehmen, hier aber mit Fokus ausschließlich auf die Forschung. Noch genauer gesagt, ging es eher um Ausgründungen und Vermarktung von innovativen Produkten (war auch sehr Ingenieurwissenschaftlich gerichtet).

  2. Waren eigentlich auch Vertreter von Unternehmensseite da, wenn der Vortrag schon vom wirtschaftlichen Erfolg durch Kooperation von Forschung und Unternehmen gesprochen wird?

    Ich muss ja auch sagen, dass der Titel schon sehr unglücklich gewählt ist. So trennt er erstmal zwischen Unternehmen und Forschung, was für mich heißt, dass Forschung bei Unternehmen nicht stattfindet?! Und zweitens spricht er vom wirtschaftlichen Erfolg durch Kooperation der beiden Gebiete, aber für welches Gebiet ist dann das ein Erfolg? Es lässt für mich erwarten, dass durch die Kooperation ein wirtschaftlicher Erfolg für das Unternehmen entstehen soll, da für die Forschung Erfolg sich doch eher durch Reputation ausdrückt. Oder sehe ich da was falsch?

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