International Conference on Knowledge Management KMAP 2010 Asia and Pacific

Vom 16. bis 18. September 2010 fand die „5th International Conference on Knowledge Management Asia and Pacific (KMAP 2010)“ statt. Ort der Konferenz war Xian, die ehemalige und erste Hauptstadt von China.

Tagungs-/Progammkomitee:

Die Organisation der Tagung wurde von der Xian Jiaotong University und der Polytechnic University Hong Kong durchgeführt. Zusätzlich hatte die Schirmherrschaft das Knowledge Management & Innovation Research Center (KMIRC), welches durchaus in der internationalen Publikationslandschaft für Wissensmanagement (WM) einen renommierten Namen besitzt. Auf die Tagung selbst bin ich durch Facebook aufmerksam geworden, da KMIRC dort rege Informationen austauscht.

Weiterhin möchte ich zu einigen Ehrenmitgliedern der Veranstaltung kurz eingehen. Hauptverantwortlich für die Tagung war under anderem Chairmen W.B. Lee, Professor und Direktor KMIRC und Council Member of the International Society of Knowledge and System Science. Er lehrt verschiedene Kurse zum knowledge engineering and management, technology und innovation management an der Polytechnischen Universität Hong Kong. Eine ausführliche Publikationsliste befindet sich hier. Weiterhin ist als renommiert anzusehen Prof. Leif Edvinsson, Präsident des „The New Club of Paris“, welcher sich zum Ziel setzt, Absichten, Rahmenbedingungen und Grundlagen zur Wissensgesellschaft (knoweldge society and economy) zu entwickeln. Dieser Verein begann ab 2007 gezielt mit der Nachwuchsförderung und Förderung von PhD-Vorhaben im Bereich von WM. Ebenfalls Schirmherr ist Eric Sveiby (jedoch nicht anwesend), Professor für Wissensmanagement an der Hanken Business School, Finnland. Er gilt als Gründervater von Wissensmanagement und ist international durch eine Vielzahl von Konzepten anerkannt.

Fokus & Schwerpunkte der Tagung:

Generell wurden keine Eingrenzung der Anwendungsgebiete von WM vorgenommen. So adressierten die eingereichten Paper KMUs, öffentliche Institutionen (Universitäten), Industrie, aber auch Militär und Space Science.

Die angesprochenen Themenfelder wurden ebenfalls sehr breit diskutiert und beinhalteten folgende Aspekte (Ausschnitt):

  • Intellectual Capital / Wissensbilanzierungen:
    • Schwerpunkt IC und der Einfluss auf die Unternehmenskompetenz bzw. Innovationsführerschaft (TAIWAN). In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass China sich als Werkbank der Welt sieht, jedoch diese Rolle und die verbundene Abhängigkeit überwinden möchte. Demnach zielt WM ganz klar als Brücke zur Erlangung von Innovationen, Kompetenzen und Qualitätsverbesserungen ab. Durch diesen Anspruch erfährt WM einen riesigen Schub in China.
    • IC Performance und der Qualitätsmanagement-Prozess: Qualitätsmanagement mit dem Fokus auf Kosten wird erweitert um die Sicht „Value Creation“. Ziel ist es die Konzepte Value added quality management processes (VAQMP) mit dem Konzept Intellectual Perfomance (ICP) zu integrieren.
  • Organisatorische Rahmenbedingungen zum Wissensaustausch unter Mitarbeitern (Vorstufe zum Web 2.0 bzw E2.0), (CHINA)
    • In diesem Themenbereich, insb. durch die Keynote-Vorträge zeigte sich, dass China durchaus vergleichbare Diskussionen im WM führt, auch wenn im Vergleich zur westlichen Welt die Themen Kollaborationen durch Web2.0 und E2.0 nicht geführt wird. Die Konferenz vermittelte jedoch das Bild, das China und die asiatische Philosophie die systemischen Zusammenhänge im Wissensaustausch (hier Mensch, Organisation und Technik) erkennt und honoriert. Jedoch ist auch anzumerken, dass aufgrund des fehlenden privaten Einflusses von Web2.0 Technologien der Druck in Unternehmen nicht aufkommt. So sind beispielsweise die Themen Wikis, Blogs, Microblogs ausschließlich von unserem Beitrag reingetragen worden, da diese Technologien in China a.) nicht existieren oder b.) nicht verwendet oder c.) nicht erwünscht sind. Der Bedarf an Kollaborationswerkzeugen und deren organisatorische Einbindungen (Stichwort Beteiligung, Vertrauen etc.) sind sehr wohl in der WM Diskussion aufgekommen.
  • Implementierungsmodelle für Wissensmanagement in Unternehmen (z. B. IDEA als Analysemodell (Geißler, Lin, Ehrlich, Schoop) oder Standard WM Implementation Methodology, SKMIM)
  • Schwerpunkt Tacit Knowledge als Abgrenzung des Begriffs Wissen von Informationen und Daten:
    • z. B. Computational Organizational Narrative Simulation: A Case Study in Construction Industry (Hong Kong)
    • Im Vortrag von GU Jifa (CHINA) wurde die chinesische Philosophie in der WM Diskussion deutlich. Er führte in das Klassifikationsschema bzw. in die Wissenspyramide D-I-K-W (Daten, Informationen, Wissen, Weisheit) zusätzlich die 5. Ebene M-Moral ein, um dem WM zusätzlich eine Vision als Orientierung zu geben und stärker die Wert-Ausrichtung (value creation) als Zielebene zu fordern.
  • Zusammenspiel von WM und (E-)Learning
    • z. B. „Evaluation the Impact of NTNU Knowledge Management System on Students‘ Satisfaction and Academic Performance“ (Taiwan)

Weitere Informationen zur Tagung und den Tagungsbeiträgen finden Sie unter dem folgenden Link (Weiter unter Abstract selected).

Unser Beitrag:


In dieser Konferenz waren wir mit dem Beitrag „A Knowledge Management Scheme for Enterprise 2.0“ durch die Autoren Peter Geißler, Dada Lin, Stefan Ehrlich und Eric Schoop vertreten. Peter Geißler hielt den Vortrag, der hier ebenfalls hochgeladen und bereitgestellt wird. 15min für den Vortrag war nicht nur bei mir zu knapp und hätte durchaus auf 30 Min verlängert werden können, um Details anschaulicher darzustellen und damit die Diskussionen besser zu fördern. Durch eine Live-Demonstration des in der T-Systems Multimedia Solutions GmbH (MMS) eingesetzten Kollaborationswerkzeug TEAMWeb konnte veranschaulicht werden, wie Enterprise 2.0 durch den integrierten Einsatz von Wikis, Blogs und Microblogs (auch Kommentare, RSS-Push) praktisch funktioniert und die Wissensarbeit fördert. Bedeutender war aber, dass das Konzept IDEA und unser systemisches Verständnis von Mensch, Organisation und Technik  ebenfalls in dieser Live-Session verdeutlicht werden konnte. Wir beendeten somit unseren Vortrag mit dem Verständnis von Enterprise 2.0 – „it’s not not about the technology.“  (McAfee 2008). Dies soll auch die Brücke zwischen Asien und der westlichen Welt schlagen, in dem wir sehr wohl verstanden haben, dass die Technologie kein Allheilmittel ist, jedoch gerade im Bereich Enterprise 2.0 und gerade auch durch die neuen Technologien Wege eröffnet werden, die organisatorische und menschliche Zusammenarbeit verändern.

Interessante Kontakte konnten geknüpft werden, die es in der nächsten Zeit zusammenzubringen gilt, um den weiteren Forschungsbedarf abzuleiten. Dadurch kann die Zusammenarbeit zwischen TU-Dresden und MMS verstärkt und gefestigt werden. Falls diverse vorgetragene Paper zu gewünscht werden, bitte ich um eine kurze Mail.

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