#dos08 – 1. Dresdner Open Space

Die T-Systems Multimedia Solutions hatte zum ersten Dresdner Open Space geladen und wir sind der Einladung gefolgt – mit unklaren Erwartungen. Open Space? So eine Art BarCamp? Richtig! Eine lockere Runde zum Ideenaustausch, in welcher von den Teilnehmern eingebrachte Ideen diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht, Projekte angestoßen werden.

Hendrik Kalb beim intensiven Gespräch während der Vorstellungsrunde

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Einsatz Virtueller Welten in der Lehre

Ich habe heute den sehr interessanten Vortrag  von Prof. Dr. Christoph Lettemann besucht. Prof. Lattemann hat sich mit der Nutzung des Second Life in der Lehre beschäftig. Im Rahmen des Vortrags wurden grob die Eckdaten über Second Life sowie die Möglichkeiten der Lehre in virtuellen Welten. Dann ging Prof. Lattemann auf konkrete Beispiele ein. Die Beispiele und Erfahrungen waren für mich besonders interessant. Prof. Lattemann forscht auch intensiv in diesem Bereich. Der Vortrag war eine Anregung zu einer intensiveren Beschäftigung mit virtuellen Welten in der Lehre. Einsatz Virtueller Welten in der Lehre weiterlesen

Nachdenken über die studentische Seele

Ich habe gerade mit drei Studenten die AQUA Seminararbeiten besprochen. Ich finde ich hatte durchaus ein breites Spektrum an Studententypen getroffen, obwohl es nur drei waren: von totaler Frust und dem Gefühl ungerecht behandelt zu sein bis zu offener Neugier und Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Die Sitzung stimmt mich sehr nachdenklich. Unsere Studenten haben es schwer. Sie müssen Punkte sammeln und gute Noten bekommen. Und sie möchten etwas Neues lernen und ausprobieren. Diese zwei Ziele gehen aber oft in unterschiedliche Richtungen. Als Lehrender weiß ich das. Ich möchte vieles den Studenten positiv anrechnen, dennoch muss ich aber so sachlich, objektiv und gerecht bleiben, wie es nur geht. Es gibt aber Themen, die sich mit Studenten immer wieder nur schwer diskutieren lassen. Nachdenken über die studentische Seele weiterlesen

Yahoo! Pipes

Das Thema der Informationsüberflutung gehörte schon immer zum Informationsmanagement dazu. Die aktuellen Entwicklungen im Internet (u.a. Stichwort Web 2.0) verschärfen die Situation deutlich. Überall findet man so viel Interessantes und kann es nun auch alles abonnieren. Nun stelle ich die Frage (Copyright Peter G.): Wie viele RSS-Feeds verträgt denn ein Mensch? Meine persönliche Grenze liget bei drei – danach verliere ich schon den Überblick und noch mehr die Lust reinzuschauen.

Deshalb habe ich mich aktiv auf die Suche nach einem Tool gemacht, dass es mir erlauben würde, meine Feeds zu aggregieren, kombinieren, soriteren usw. Ergebnis meiner Suche waren die Yahoo! Pipes. Hier ein kurzer Überblick der Funktionen:

Mit Pipes kann man sich mit Drag&Drop ganze „Leitungen“ von Aktionen mit Feeds, Webseiten, Mails usw. zusammenstellen. Dabei steht einem eine nette grafische Oberfläche zur Verfügung. Die Entwickelten Pipes kann man für sich selbst benutzen oder auch anderen zur Verfügung stellen. Das ganze ist nur eine Beta-Version, aber schon recht nütlich. Ich habe bisher nur einfache Feed-Aggregation mit etwas Sortieren versucht, damit habe ich aber nicht mal die Oberfläche gekratzt. Hier steckt viel mehr Potenzial drin für alle, die  Interesse, Zeit und auch etwas Spieltrieb haben :-).

Nachtrag KissWin: Track 7 – Vernetzung des wiss. Nachwuches: Portale im Test

Vernetzung des wiss. Nachwuchses – Portal im Test. Vom Titel entsprach der Track am Ehesten meinen Erwartungen an die KissWin-Tagung: Nachwuchswissenschaftler miteinander vernetzen, um Synergien zu fördern, Forschungsprojekte anzustoßen, Forschungskooperationen zu begünstigen. Aber auch hier Fehlanzeige: Schon in den ersten fünf Minuten Einleitung Ernüchterung. Kein kritischer Test oder Vergleich, sondern ein Anbieter-/Kunden-Workshop, was euphemistisch für Werbung und Fehlersuche durch die Nutzer steht. Spätestens bei der Ankündigung der Portale habe ich meine Erwartung dann gänzlich zurückgeschraubt: e-fellows.net, KissWin, academics.de, kompetenzz.de, Researchgate, Thesis e.V. und scholarz.net. Um es kurz zu machen:

  • e-fellows.net: hat zwar einige Community-Funktionen – ist ja gerade Mode – sieht sich aber klar als Personalvermittler und scheidet deswegen für mich schonmal aus.
  • KissWin: ist momentan eine Informationsplattform – mehr nicht. Die Pläne: Forum hier, Newsletter da, „Web 2.0-mäßiges“  (tatsächlich ein Zitat!) irgendwo.
  • Academics.de: ein Stellenportal.
  • Kompetenzz.de: „Technik – Diversity – Chancengleichheit“ – in der Beschreibung drehte es sich dann aber ausschließlich um „Girls Day“, „Women Power“, … schließlich um Gender Mainstreaming. Spätestens da ging bei mir die Klappe zu – ich kann es nicht mehr hören.

Als „Portale“, die eine Vernetzung im Sinn haben blieben also nur Researchgate, scholarz.net und Thesis. Diese drei konnten jedoch streckenweise überzeugen: Researchgate mit sinnvollen Funktionen, Scholarz.net mit einem guten Konzept und Thesis mit informellen Informationen.

Projekte, Kategorien, Strukturbaum.
Gute Funktionen zur Strukturierung: Projekte, Kategorien, Strukturbaum. Das Portal mit dem größten Potenzial.

Wirkliche Vernetzung fördert m. E. n. nur Researchgate, die sich als Wissenschafts-Facebook verstehen. Scholarz.net punkten hingegen mit durchdachten Funktionen fürs kooperative Schreiben, die über ein paar grafische Mängel und bislang ungenutztes Potenzial hinwegsehen lassen. Verteidigend sei jedoch angemerkt, dass beide Portale noch sehr jung sind, einen Blick also beide lohnen. Ich werde beide beobachten, widme mich aber vorerst Thesis und bemühe somit ein traditionelles soziales (Offline-)Netzwerk.

Was ist „wissenschaftlich“?

Als wissenschaftlich werden solche Aussagen bezeichnet, bei denen man den Wahrheitswert feststellen kann. Also solche, die als „wahr“ oder „falsch“ bezeichnet werden können.

Eine wissenschaftliche Aussage muss des Weiteren folgende Kriterien erfüllen:

  • Eine Aussage muss empirisch (d.h. an der Wirklichkeit) überprüfbar sein. Es muss möglich sein eine Aussage zu verifizieren (bestätigen) oder zu falsifizieren (ablehnen).
  • Es muss möglich sein, die Aussagen von vorhandenen Prämissen oder Axiomen logisch richtig abzuleiten.
  • Die Aussage muss in ihrer Gesamtheit widerspruchsfrei sein. Sie darf nicht aus zwei Aussagen bestehen, die sich gegenseitig widersprechen. Auch darf sie keine sich widersprechende Aussage beinhalten.
  • Eine Menge wissenschaftlichen Aussage muss Systematisiertheit aufweisen. Die enthaltenen Aussagen erfordern einen Klassifikations- und Begründungszusammenhang.
  • Um die oben genannten Kriterien zu erfüllen, muss eine Aussage auch verständlich sein. Hier wird eine größtmögliche Präzision der sprachlichen Ausdrücke gefordert.

Die oben genannten Kriterien beziehen sich auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit. Man kann aber auch die Wissenschaftlichkeit der Arbeitsprozesse selbst sowie der Arbeitshaltung betrachten. Hier sollten folgende Kriterien beachtet werden:

  • Vorurteilsfreiheit, d.h. es darf nichts, was zum Gegenstandsbereich des betroffenen Wissenschaft gehört, grundsätzlich ausgeschlossen werden
  • Öffentlichkeit, d.h. die Zugänglichkeit der Wissenschaft für Kritik
  • Provisorische Gültigkeit, d.h. keine wissenschaftliche Aussage darf als endgültig betrachtet werden
  • Konditionalität, d.h. die Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen eine Aussage gültig ist, müssen explizit genannt werden

Als nicht-wissenschaftlich gilt alles, was die obigen Kriterien nicht erfüllt. Dabei ist die Bezeichnung „nicht-wissenschaftlich“ kein Werturteil. Nicht-wissenschaftliche Forschungs- oder Beratungstätigkeit hat ihre Bedeutung und ihren Wert. Dagegen ist der Begriff unwissenschaftlich mit einem Werturteil verbunden. Als unwissenschaftlich werden nicht-wissenschaftliche Haltungen/Einstellungen/Vorgehensweise/Arbeitsergebnisse bezeichnet, wenn sie einen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben.

(Quelle: Heinrich, L.J. (1993), Wirtschaftsinformatik – Einführung und Grundlegung, Oldenbourg Verlag, München, Wien. S. 62-66)

Ist eLearning ein Produkt?

Heute gab es im Rahmen einer Veranstaltung des Counsel-Netzwerk den Vortrag „Neue Chancen für E-Learning und Wissensmanagement“ von Joachim Niemeier. Er ist Honorarprofessor in Stuttgart und Autor des Blogs 7 days and more.

Eine interessante Variante den Vortrag zu beginnen, war eine Selbstvorstellung anhand der Tag-Cloud seiner Bookmarking-Liste. Darüber ist er durch die Kombination der Tags „Rock“ und „Art“ zu seinem Interessen an Felszeichnungen gekommen, welchen seinen ersten Kontakt zu Web 2.0 kennzeichneten. Eine ihn interessierende Felszeichnung hat er in ein Fotoportal integriert, wurde auf das richtige Taggen aufmerksam gemacht und ist über weitere Beiträge (Engagement) zu Felszeichnungen von anderen als Experte in diesem Gebiet wahrgenommen worden.

Als nächstes hat er die Frage anhand eines Statement aufgeworfen: Ist E-Learning tot?

Im Folgenden folgten die Erläuterungen einem Phasenmodell zur Reife von Innovationen, welches die Phasen

  1. New,
  2. Leading Edge,
  3. Product und
  4. Common Utility

beinhaltet. Die einzelnen Phasen wurden schön am Beispiel der Automobil-Entwicklung von Daimler erläutert.
Um den viralen Effekt von Web 2.0 zu erklären, brachte er als Nächstes das Numa Numa Beispiel und zeigte ein sehr amüsantes Video von Youtube. Es wurde nun die Frage aufgeworfen: „Warum funktioniert das?“

Dazu kam eine nicht näher erläuterte Dreiteilung als Eigenschaften für den Umgang mit Inhalten im Web 2.0:

  • Rip (sammeln),
  • Mix (fremdes und eigenes) und
  • Feed (teilen).

Dazu gab es nun noch eine schöne Übersicht, wie im Web 2.0 die Anzahl der Nutzer und vor allem Produzenten gestiegen ist sowie ein paar Erläuterungen zur Übertragung der Technologien auf das Unternehmen und zum Thema Enterprise 2.0. Danach folgte als Beispiel für das Verständnis zu eLearning 1.0 eine Vorgehen zur Erstellung und Verwendung von Lerninhalten als Sharable Content Objects. Im Unterschied dazu wurde eLearning 2.0 als Zusammenstellung verschiedener Ressource beschrieben (eigener, Open Source, Kollegen, Open Educational Content).

Als Problem für Unternehmen wurde das Fehlen bzw. fehlende Wahrnehmung einer Inhalte-Policy (Umgang mit produzierten Inhalten) identifiziert. Als Negativ-Beispiel wurde angeführt, dass Unternehmen Wiki einführen, aber nicht wissen wie.

Der Vortrag schloss mit einer Einschätzung ab, dass E-Learning in dem 4-phasigen Modell derzeit bei Leading Edge und Product steht.

Als spontane Einschätzung möchte ich anmerken, dass der Vortrag wahrscheinlich vom Thema zu breit angelegt war und deshalb viele Themen nur anreißen konnte. Er ist sicherlich für eine Web 2.0 und Social Software unbeleckte Gruppe interessant und anregend. Für jemanden, der sich näher mit dem Thema beschäftigt, wechselt er stets an den interessanten Punkten den Fokus auf einen anderen Bereich und verhindert die Diskussion dadurch, dass man nicht weiß, wo man zuerst ansetzen möchte.

KissWin – „Homo Zappiens“ – Wie forscht die zukünftige Generation

Prof. Veen sichert sich die Aufmerksamkeit des Publikums durch bildhafte Beispiele und lustige Anekdoten. Er verwendet kaum Folien – er zeit uns Webseiten (z.B. Photosynth), Fotos und kurze Filmchen. Das zieht und alle lachen mit. Durch die kleinen Geschichten wirkt alles sehr greifbar und real – man zweifelt seine Aussagen kaum an. Der Vortrag ist auf jeden Fall interessant und gut. Bei mir bleibt aber der bekannte bittere Nachgeschmack der Digital natives Debatte: man kann das Thema nicht alleine auf Anekdoten und Einzelbeispielen aufziehen. Dafür sind die Konsequenzen diesen Aussagen zu weitreichend. Ich möchte endlich mal bei einem solchen Vortrag auch Statistiken sehen und Fakten – naja, das werden wir wohl sebst machen müssen ;-). Dennoch finde ich seine Schlüsse, die er für die Forschung zieht, sehr interessant und wichtig.

Prof. Wim Veen spricht von einer Genration, die die Welt ohne Internet nie gekannt hat (Digital Natives, Homo zappiens, Millenials). Die Kinder haben mit 5 schon Computerspiele gespilet, mit 11 das erste Handy bekommen. Prof. Veen malt sehr bildlich diese neue Genration auf, indem er deren Angewohnheiten beschreibt. Die „Homo Zappiens“ arbeiten selbstveständlich mit Technologien. Sie sind stark vernetzt und nutzen diese Netzwerke um auf deren Wissen zuzugreifen eher als sich selbst das Wissen anzueignen.

Als Prof. Veen feststellt, dass kaum jemand das Spiel „World of Warcraft“ kennt, zeigt er uns den Trailer (was alle natürlich sehr amüsant finden). Nach dem Trailer weist er darauf hin, dass es bei diesem Spiel eigentlich um Lösungsansätze geht – man muss ein Quest bewältigen und den richtigen Weg zu Lösung finden. Dann spricht er virtuelle Welte an, in denen man sich mittels Avatare eine virtuelle Identität beschaffen kann.

Prof. Veen findet, dass Massenmedien für ältere Menschen sind. Bei denen kann man nichts bestimmen – man muss abwarten und aktiv suchen. Das spricht die „Homo Zappiens“ nicht an – sie möchten bestimmen, wasnn sie was sehen, hören und tun wollen. Seiten, die die neue Generation ansprechen, erlauben den Nutzern die Kontrolle. Außerdem bieten sie aber auch Interaktionsmöglichkeiten. Communities spielen für Homo Zappiens eine wichtige Rolle.

Die kleinen Homo Zappiens können wohl nicht mehr „normale“ Medien benutzen. Dafür haben sie andere Fähigkeiten, zu Beispiel:

  • Ikonische Fähigkeit – die HZ schauen sich mit einem Blick eine Seite an und sind im Stande sehr schnell viele Informationen auf einen Blick aufzunehmen.
  • Milti-Tasking – die HZ können Ihre Aufmerksamkeit auf verschiedene Medien verteilen
  • Zapping – fie HZ können Wissen konstruieren aus nicht-linearen audio-visuellen und textuellen Quellen; sie lernen nicht linear – sie suchen aktiv nach Informationen

Was bedeutet das nur für die Forscher? Forschung basiert auf Externalisierung. Man muss Informationen teilen und in Community arbeiten. Die Community ist dabe „an extension of one-self“. Konkurrenzdenken passt hier nicht. Man muss bei der Forschung auch auf die Erkenntnisse anderer zugreiffen – die vorhandenen Informationen sammeln, aggregieren und daraus neue Erkenntnisse gewinnen. Informationen sollten daher nicht in großern Büchern, sondern in kleinen Einheiten zur Verfügung stehen.

The Human Frontier Science Program

Gleich beginnt der Workshop und die Folien zum Vortrag „Funding for international research collaboration and training in the life sciences“ von Guntram Bauer liegen bereits auf.

Der Vortrag soll einen kurzen Überblick über die Forschungsmöglichkeiten im Ausland bzw. Forschungsprogramme geben.

Die 3 Experten werden vorgestellt:

  • Dr. Birgit Klüsener (DAAD)
  • Christian Gast (Marie Curie-Maßnahmen der EU)
  • Dr. Barbara Schelten (Alexander von Humboldt-Stiftung)

Der Vortragende Guntram Bauer ist ausgefallen und so gibt es einen kurzen Überblick über die Folien von der Workshop-Moderatin.

Als nächstes folgt der Vortrag von Frau Dr. Klüsener vom DAAD. Zu Beginn stellt sie den Deutschen Akademischen Auslandsdienst vor und welche Verbreitung er weltweit hat.

Im Anschluss werden die Förderprogramme vorgestellt, beginnend mit den Programmen für Doktoranden. Gefördert werden Kurzstipendien, Jahresstipendien und Fach- & Sprachkurse. Die Kurzstipendien sind jederzeit beantragbar und haben meist eine Bearbeitungsfrist von nicht länger als 3 Monate. Für die Jahresstipendien gibt es feste Termine für Beantragung und Beginn des Aulandsaufenthaltes. In beiden Fällen muss das zu fördernde Projekt durch die Promotion begründet sein, z.B. wenn der Aufenthalt in einer Bibliothek einer ausländischen Universität notwendig ist.

Bei den Postdoktoranden-Programmen gestaltet es sich ähnlich. Es gibt auch hier Kurz- und Jahresstipendien. Die Förderung kann bereits in der Endphase der Promotion beantragt werden, dafür ist lediglich eine Bescheinigung des Doktorvaters notwendig, dass ein erfolgreicher Abschluss zu erwarten ist. Die Promotion muss mit sehr gut abgeschlossen sein. Die Finanzierung kann aber erst nach erfolgreichen Abschluss beginnen. Die Leistungen sind ab 1365 € + Zuschläge aufwärts und teilweise Altersabhängig. Eine altersmäßige Obergrenze für die Finanzierung gibt es aber nicht. Die Auswahlkriterien sind für die zu fördernden Anträge sind

  • Qualifikation (Promotionsergebnis) und Publikationen
  • Qualität & Durchführbarkeit des Forschungsvorhabens (dabei sollte ein Themenwechsel zum eigentlichen Promotionsthema erfolgen)

Zum Abschluss wurde das Sonderprogramm ICSI, welches für Informatiker (und verwandte Gebiete) relevant und erfolgversprechend ist, sowie das Netzwerk GAIN (German Academic International Network).

Aus den anschließenden Fragen ergaben sich noch zwei interessante Hinweise

  • Die Auswahlquote ist ungefähr 1:3.
  • Für das Gastinstitut, also die Forschungseinrichtung im Ausland, ist das Renommee beim Auswahlverfahren relevant.

Im nächsten Vortrag erläuterte Christian Gast die Marie Curie-Maßnahmen der EU. Dabei sein angemerkt, dass es (wie wahrscheinlich für EU-Programme zu erwarten) teilweise unübersichtlich wurde. Transparenz bzw. Verständlichkeit und EU-Programme sind zwei Dinge, die scheinbar nicht zusammen gehören.

Die Förderungsmaßnahmen sind auf die transnationale Mobilität und die individuelle Karriereentwicklung (mit Diversifikation der Forschungsrichtung) ausgerichtet. Doktoranden werden bis 4 Jahre nach der Graduierung und Postdoktoranden ab 4 Jahre nach Graduierung gefördert.

Vorgestellt wurde auch kurz das IEF (Intra European Fellowship) vorgestellt, welches Personengebunden (ähnlich zu bestimmten DFG-Förderungen) ist.

Die weiteren Hinweise haben sich darauf belaufen, dass

  • der Antrag plausibel sein muss,
  • Sprachkenntnisse in der Sprache des Gastlandes nicht Voraussetzung (aber evtl. hilfreich) sind und
  • die Anträge auf Englisch gestellt werden sollten (auch wenn sie grundsätzlich in jeder Sprache möglich sind).

Als Drittes kam dann Frau Dr. Barbara Sheldon an die Reihe, um Einblicke in die Forschungsförderung der Alexander von Humboldt-Stiftung zu geben. Als erstes stellt sie die Stiftung auf eine sehr sympathische Art vor. Gefördert werden durch die Stiftung Personen (keine Projekte) und es gibt eine lebenslange Fördermöglichkeit. Die Wahl des Forschungsvorhabens und Gastgeber ist frei, aber der Gastgeber muss/soll ehemaliger Humboldtianer sein. Der Gastgeber muss einen Beitrag zur Finanzierung leist, wobei die Höhe sehr unterschiedlich ist.

Die lebenslange Fördermöglichkeit wird durch die Instrumente der Förderung von

  • Postdoktoranden (bis 4 Jahre nach Promotion),
  • Nachwuchsgruppenleiter (bis 6 Jahre) und
  • erfahrene Wissenschaftler (bis 12 Jahre)

gefördert.

Zum Schluss wurde noch das Euraxess-Netzwerk vorgestellt, welches Informationen und Beratung für mobile Forscher bieten soll.

Die Bewilligungsquote bei der Humboldt-Förderung liegt derzeit bei ca. 30 %.

Forum: Karrierewege an der Hochschule

Etwa 120 Teilnehmer nahmen an dem Forum Teil. Etwa 10% waren Studierende, 70% Doktoranden und der Rest Post-Docs oder auch Professoren. Fast alle von den Doktoranden streben eine wissenschaftliche Karriere an (was ja nicht überraschend ist). Die Moderatoren, Prof. Klaus Wehrle und Prof. Wolf-Tilo Balke haben das Forum recht offen gestaltet. Klaus Wehrle kam bei mir rüber als ein sehr netter offener Mensch, der eine sehr optimistische Sicht auf alles hat. Diesen optimismus hat er auch versucht uns zu vermitteln (und ist bei mir gescheitert). Wolf-Tilo Balke hat sich realitätsnah gezeigt und hat wiederholt harte Wahrheiten angesprochen. Vom KissWin wurde ein Video vorbereitet, das anhand von fünf Personen verschiedene Karriere Wege gestaltet. Es wurde immer ein Beitrag gezeigt und danach wurde diskutiert.

Im Grunde gibt es nur einen Karriereweg: den Professor. Alternativen tun sich lansam auf (Lehr-Prof, Lecturer), diese existieren aber bisher nicht. Die Hochschulen befinden sich aber zurzeit im Umbruch, sodass es in der Zukunft auch neue Möglichkeiten geben kann. hier soll man sich auch selbst engagieren und gestalten (leider wurde nicht gesagt wie).

Folgende Themen wurden besprochen:

  • Auslandsaufenthalte
    Auslandsaufenthalte sind sehr förderlich – es geht sicher auch ohne, aber ein Auslandsaufenthalt wird einem immer als Bonus eingerechnet. Dabei sollte man 1-2 Jahre einplanen und auch versuche Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Es ist auch möglich Teile der karriere im Ausland zu bestreiten und dann nach Deutschland zurückkehren. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob man auch ohne Habilitation dann als Prof berufen werden kann – hängt wohl von der Fächerkultur.
  • Familie
    Da ein Großteil der anwesenden Frauen waren, wurde das Thema Familie sehr intensiv diskutiert – leider ohne Ergebnisse. Ja, es ist schwer als Frau mit Familie ins Ausland zu gehen. Ja, es ist schwer, sich an der geforderten Mobilität zu halten (vorbei es hier mittlerweile besser wird und mit Glück kommt man mit nur einem Umzug aus). „Es ist halt ein schwieriger Beruf und man muss versuchen es da mit der Familie irgendwie hinzukriegen“. Wie man das machen soll wurde nicht angesprochen. Man ging eher von dem klassischen Modell aus: Herr Professeor, hausfrau und kinder, die dann mit umziehen. Alternativen gibt es wenn man mit einem Stipendium gefördert wird (z.B. Emmy Noether-programm für Post-Docs).
  • Praxiserfahrungen
    Man kann nach der Promotion auch in die Praxis gehen. Mit den Praxiserfahrungen kann man dann auch FH-prof werden. Hierzu hatten aber nur wenige Anwesende Lust – eher alss Fall-back-position. Aber bestimmte Bereiche – z.B. Maschinenwesen – berufen nur Leute aus der Praxis. Man kann die kontakte zur praxis auch während der wissenschaftlichen Arbeit pflegen (Praxis-DA). Auch eine Habilitation neben dem Beruf (ähnlich wie die externe Promotion) ist auch möglich, allerdings recht schwer.
  • Netzwerke
    Wenn man eine Karriere an der Hochschule anstrebt sind Netzwerke das A und O. Für die eigentliche Berufung fast genau so wichtog, wie die Publikationen!

Zusammenfassend:

Wenn man ein Prof werden will, sollte man sich dass schon gut überlegen. Man musss auch mit sich selbst ehrlich sein. Ausgehend davon, dass nur die Besten genommen werden, sollte man sich realistisch zu den Besten zählen können. Es gibt mittlerweile gut Möglichkeiten zu Promovieren und auch zu Habilitieren/Juniorprofessur/Nachwuchsforschungsgruppe. Es gibt aber nicht mehr Professuren und praktisch keine Berufsmöglichkeiten im Mittelbau (es sein denn, man arbeitet mit 3-Jahresverträgen im Rahmen von Drittmittel-Projekten).