Promotionsstipendium zu kollektiver Intelligenz und sozialen Medien am KIT

Das Karlsruhe Service Research Institute (KSRI) ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut im Bereich IT-basierter Dienstleistungen. Als offene Public-Private-Partnership entwickelt ein Team von Forschern aus Wissenschaft und Industrie Konzepte, Methoden und Technologien für eine Welt, die zunehmend von Informationstechnologie und darauf basierenden Dienstleistungen geprägte wird.

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Wissenswertes zu Zitat- und Bildrechten

Bei wissenschaftlichen Publikationen treten häufig rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Wiedergabe von Text- oder Bildzitaten auf. Besonders bei Promotionen haften die Autoren selbst für veröffentlichte Zitate. Sie sind folglich für die korrekte Angabe von Quellen und ggf. für das Einholen einer Abdruckgenehmigung verantwortlich.

Vor dem Einreichen einer wissenschaftlichen Arbeit ist es daher wichtig, sich über die Rechtslage und den Status der einzelnen Zitate und Abbildungen zu informieren. Die folgende Zusammenstellung liefert dazu einen Überblick über relevante Fragen zum Thema Zitatrecht, Textzitaten, Bildzitaten usw.

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E-Books und die HTW-Bibliothek

Update: Nach Anfrage eines Blog-Lesers – danke Tom – aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mehr möglich (01.02.2011), sich aus dem Netzbereich der TU Dresden in den der HTW Dresden einzuwählen. Die untenstehend beschriebene Lösung ist demnach veraltet.

Update: Es ist aktuell (03.12.2010) nicht möglich, sich mit dem TU Dresden Login in die Netzbereiche der HTW einzuwählen. Um in den Genuss der von der HTW lizensierten E-Books zu kommen, muss man sich jetzt wohl oder übel auf den Campus der HTW begeben.

Spät, sehr spät erst, habe ich vom wunderbaren Angebot der HTW-Bibliothek erfahren. Eine neue Bibliothek, deren Ausstattung in manchen Fachgebieten, jeden SLUB-Nutzer staunen lässt. Und es wird noch besser: man kann die Bücher bis zu fünf Mal verlängern – herrlich! Selbstverständlich leuchtet mir ein, warum die SLUB so kurze Ausleihfristen hat: auch ich habe mich schon geärgert, weil Bücher ständig ausgeliehen oder verspätet abgegeben wurden. Gedruckte Bücher sind nun mal eine knappe Ressource, nicht aber E-Books. Der Zufall will es so, dass die HTW-Bibliothek über ein Abonnement der E-Book-Reihe des Springer-Verlags verfügt, auf welches man aus dem IP-Bereich der HTW zugreifen kann. Aber wie kommt man, ohne sich vom Campus zu bewegen, an die HTW-E-Books?

  1. Man installieren einen VPN-Client. Als Student der TU Dresden bietet sich der VPN-Client von Cisco an, welchen die TUD ihren Studenten zur Verfügung stellt. Hier.
    Eine Installationsanleitung und die Einwahl ins Netz der TUD sind dort auch erklärt.
  2. Auf den Seiten der HTW muss nun ein entsprechendes VPN-Profil heruntergeladen werden, um sich ins VPN-Netz der HTW einwählen zu dürfen. Es muss das Profil HTW_Internet_3 genutzt werden. Um dieses herunterladen zu können, muss das URZ-Login (s512345@tu-dresden.de) eingegeben werden.
  3. Dieses installieren und los geht’s. Bei der Passwortabfrage muss nochmals das URZ-Login eingegeben werden.
  4. Nun ist es möglich, diejenigen E-Books auf springerlink.com herunterzuladen, welche im Katalog der HTW (Webopac) enthalten sind.

Wer jetzt denkt, E-Books, das ist doch nur Mist, der irrt. Zwei Beispiele: Informationsmanagement von Krcmar und Wissen managen von Probst.

Ist wissenschaftliches Arbeiten „praxistauglich“?

Im Rahmen eines aktuellen Seminars wurde ich mit der Meinung konfrontiert, dass die wissenschaftliche Arbeitsweise für die Praxis nicht geeignet ist. Diese Probleme trifft man auch in den Wirtschaftswissenschaften an:

  • Die wissenschaftliche Arbeitsweise verlangt nach genug Zeit, um sich mit allen nötigen Themen auseinander zu setzen. In der Praxis muss man aber mit einem knappen Zeitbudget umgehen.
  • Im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens sollte man unvoreingenommen arbeiten. Das gilt auch für mögliche Lösungen – man sollte alle Lösungsalternativen als gleichgewichtig betrachten. In der Praxis hat man aber oft praktische Restriktionen, die zu einer Verzerrung gegenüber einer oder mehreren Möglichkeiten führen.
  • Um wissenschaftlich zu sein, sollte man die besten Methoden und die aktuellsten Daten einsetzten. In der Praxis reich oft eine pragmatische Lösung.
  • Idealerweise forscht ein Wissenschaftler nur wegen der Forschung – sprich, er versucht einfach ein Problem zu lösen und hat keine Nebenziele. In der Praxis muss man an die Zufriedenheit des Kunden denken, an das eigene Unternehmen und nicht zu letzt auf die eigene Karriere ;-).

Ich könnte noch weitere Widersprüche finden. Warum lernt man dann überhaupt die wissenschaftliche Arbeitsweise? Nur wegen der Abschlussarbeit? Lehrt die Uni nur für die Uni und nicht fürs (Arbeits-) Leben?

Es ist meine persönliche Überzeugung (und jeder darf gerne widersprechen), dass das wissenschaftliche Arbeiten und schreiben auch Anwendung in der Praxis hat, wenn auch nicht immer eine direkte. Wenn jemand nach dem Studium in einer Forschungsabteilung einer Firma arbeitet, kommt er dem wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben auch in der Praxis schon recht nah. Für den Rest geht es eher um den Transfer ausgesuchter Fähigkeiten in die Realität der Praxis. Ich bin der Meinung, dass folgende Fähigkeiten besonders wertvoll sind:

  • Beim wissenschaftlichen Arbeiten lernt man es, methodisch vorzugehen. Auch in der Praxis sollte man nicht einfach aus dem Bauch entscheiden, sondern sich systematisch an ein Ergebnis heran arbeiten. Natürlich kommen in der Praxis oft auch „Abkürzungen“ von Arbeitsprozessen zum Einsatz, die in der Wissenschaft unzulässig wären.
  • Besonders wichtig beim wissenschaftlichen Arbeiten ist die kritische Auseinandersetzung mit Ideen und Fakten. Dieser Punkt wird oft vernachlässigt. Viele Studierende haben auch nicht den Mut zu kritisieren und verschiedene Meinungen gegeneinander auszuspielen. Die Fähigkeit, auch eingefahrene Abläufe und ausprobierte Ideen kritisch zu hinterfragen, ist auch in der Praxis wichtig. Denn die Welt ändert sich und man darf ja nicht immer alles gleich machen, bloß weil es „schon immer so gemacht wurde“.
  • Beim wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben lernt man es, sich in eine Thematik schnell einzuarbeiten, Quellen in verschiedenen Medien zu suchen und zu Systematisieren. Ich glaube, sowas kann man eigentlich immer – nicht nur im Beruf – gebrauchen.
  • Und schließlich lernt man es, strukturiert zu schreiben. Die wissenschaftliche Schreibweise selbst ist natürlich etwas Praxisfern, mit dem nervigen Zitieren, pedantischen Formalia und unnötiger Darlegung der gesamten Arbeitsweise ;-). Aber die Fähigkeit, komplexe Themen strukturiert darzustellen auf einer begrenzten Seitenzahl wird man in der Praxis sicherlich noch brauchen.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass man an der Uni viel zu wenig schreibt. Ich würde in vielen Veranstaltungen die Anfertigung von Hausarbeiten der Klausur vorziehen. Denn die Sachen, die man für eine Klausur gelernt hat sind oft ein Paar Wochen später vergessen. Aber (so meine Erfahrung), man erinnert sich noch Jahre später, was man für die eigene Seminararbeit gelesen hat, denn damit hat man sich viel intensiver auseinandergesetzt.

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Richtig Zitieren: Warum eigentlich (nicht) Wikipedia?

Aus studentischer Perspektive (und oftmals leider auch in fortgeschritteneren Stadien) erfolgt Literaturarbeit oftmals dergestalt, dass nicht anhand der verfügbaren Literatur der Stand der Wissenschaft inklusive Lücken und Widersprüchen aufgezeigt wird, sondern dass man zu seiner Arbeit die „passenden“ Artikel oder Textpassagen heraussucht. Da kann es schonmal vorkommen, dass eine dem eigenen Thema widersprechende Literatur weggelassen wird oder ein Abschnitt aus einer Quelle zitiert wird, ohne das man dem Hintergrund der Arbeit wirklich verstanden hat. Dies ist insbesondere dann problematisch, wenn man Begriffe verwendet, die je nach Grundverständnis unterschiedliche bis austauschbare Bedeutungen haben können. Als Beispiel dazu sei „Wissen“ und „Information“ genannt, was je nach Wissenschaftsrichtung oder „Schule“ des Autors ein komplett anderes Verständnis bedeuten kann.

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Sieben Todsünden des Präsentierens

Ich möchte an Hendriks „Bestviewing“ Post über die Verteidigung einer Diplomarbeit anknüpfen. Wie der Blog-Statistik zu entnehmen ist, gibt es in diesem Bereich durchaus noch Bedarf an Tipps. Heute möchte ich einen Katalog mit Fehlern vorstellen, die bei Präsentationen auftreten. Es gibt auf jeden Fall noch weitere Fehler, aber diese sind aus meiner Sicht die schlimmsten: Sieben Todsünden des Präsentierens weiterlesen

Tipps zur Verteidigung einer Diplomarbeit

Über die Zeit meiner Lehrstuhltätigkeit habe ich einige (formale) Tipps für meine Diplomanden zusammengestellt. Da ich aber für gleiches Recht für alle bin, soll diese Sammlung nun auch einer breiteren Masse zur Verfügung stehen:

Die Verteidigung geht bei uns maximal eine Stunde. Dabei ist die Präsentationszeit mit 20 min veranschlagt. Man kann auch leicht drüber sein, sollte aber auf  keinen Fall 30 Minuten überschreiten. Der Rest ist dann Diskussion.

  • Am Anfang macht es sich gut, mit einer griffigen Motivation einzusteigen, die jeder versteht. Mit jeder meine ich damit auch diejenigen, die keinen blassen Dunst vom Thema haben. So sollte man alle abholen und Interesse wecken.
  • Für den Aufbau finde ich folgende sollte-Regel sehr griffig: Bei einem wissenschaftlichen Vortrag sollte das erste Drittel jeder verstehen, das zweite Drittel zumindest alle aus dem Fachgebiet und beim letzten Drittel reicht es, wenn es die Fachexperten verstehen, die in dem Bereich auch selber wissenschaftlich aktiv sind. Ist natürlich sehr schwammig die Aussage, aber aus meiner Sicht eine gute Richtlinie.
  • Bei der Auswahl des Inhalts ist wichtig, dass man nicht versucht, die komplette Arbeit vorzustellen, sondern sich überlegt, was eigentlich der Clou der Arbeit ist. Also, was ist das Ergebnis oder ein Ergebnis, welches nun den außergewöhnlichen Wert der eigenen Arbeit darstellt. Auf dieses Ergebnis solltest man bei der Präsentation abzielen.
  • Natürlich sind ein paar Grundlagen wahrscheinlich von Nöten, allerdings hier wirklich auf das Beschränken, was zum Verstehen gebraucht wird. Schließlich hat man ja nur 20+x min und die will man ja nutzen, um die Zuhörer von der eigenen Arbeit zu überzeugen und zu begeistern.
  • Am Ende auch durchaus eine Folie zu weiterem Forschungsbedarf, dabei aber auf die Gefahr achten, dass man nicht zu unkonkret wird.
  • Ordentlich gekleidet erscheinen 😉
  • Den Vortrag vorher unbedingt üben, am besten vorm Spiegel oder noch besser vor einer befreundeten Person. Ich habe meine Verteidigung vorher 2 mal komplett geübt, beim ersten Mal vor einem guten Freund. Das erste Mal habe ich fast ne Stunde gebraucht, aber dafür gemerkt, was zuviel bzw. Quatsch ist, weil es nicht in die Argumentation passt. Das zweite Mal lag ich knapp unter einer 3/4 Stunde. Hätte es auch gern noch ein drittes Mal geübt, aber dazu blieb leider keine Zeit, weil ich schon eine dringliches Projekt am Lehrstuhl machen musste. 😉 In der Verteidigung bin ich dann aber bei 28 min gelandet, was noch im Rahmen war. Glück gehabt. 🙂 Aber wie gesagt, Vortrag vorher üben. Die Verteidigung geht bei uns schließlich zu einem Drittel in die Gesamtnote ein, also ist da durchaus nochmal was nach oben oder unten drin.
  • Falls man bestimmte Fragen erwartet, weil man bspw. Themen ausspart oder nur kurz anreist oder sie leicht missverständlich sein können oder was auch immer, machen sich ein paar Backup-Folien gut.
  • Handout kann gut ankommen. Gerade bei einem Thema, da sehr komplex ist. Hier aber darauf achten, dass ein Handout nur gut ankommt, wenn er gut gemacht ist. Also, die Präsentation einfach nochmal jedem auszudrucken ist eher verschwendete Zeit und Aufwand. Wenn Handout, dann ordentlich vorbereiten, so dass er den Vortrag optimal unterstützt und auch schick aussieht.

So, das waren die wichtigsten Tipps von mir. Ich rufe hiermit jeden mit weiteren Tipps auf, diese als Kommentar hier anzufügen. Kommt eine entsprechende Sammlung zusammen, würde ich mich bereit erklären, diese nochmals in einem eigenen Eintrag oder Seite aufzubereiten.

Open Access

Bereits seit längerem beschäftige ich mich mit dem Thema Open Access. Oder besser gesagt, ich beschäftige mich leider viel zu viel mit Publikationen ohne Open Access. Denn um diese zu finden, muss ich oft viel bis sehr viel Aufwand betreiben und manchmal auch ohne Erfolg. Ich schätze allen Wissenschaftlern geht es da ähnlich und insbesondere unsere Studenten leiden oft sehr unter der fehlenden Erreichbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen. Für alle interessierten habe ich hier einige Grundinformationen über Open Access zusammengetragen.

Die Open Access Initiative geht auf ein Treffen in Budapest in 2002 zurück. Das Ziel von Open Access soll sein, „dass Zeitschriftenbeiträge, die das Peer-Review durchlaufen haben, weltweit elektronisch zugänglich gemacht werden können – kostenfrei und ohne Zugangsbeschränkungen für Forschende, Lehrende und Studierende und für alle anderen, die an den Ergebnissen der Wissenschaft interessiert sind“. Als Grund für die Initiative werden die Beschleunigung der Forschung, Abbau von Unterschieden zwischen armen und reichern Forschern und schnelle Verteilung von neuem Wissen genannt.

Open Access soll entweder über Open Access Journals („Golden Road“) oder Selbst-Archivierung der Autoren erreicht werden („Green Road“) (Bernius & Hanauske, 2007, S. 457). Während die Open Access Journal zurzeit noch nach geeigneten Finanzierungsmodellen suchen, ist Selbst-Archivierung für die Autoren oft im Rahmen der Angebote der Universitätsbibliotheken kostenlos (Bernius & Hanauske, 2007, S. 457 – 458). Auch die SLUB bietet die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten über Quocosa. An unserem Lehrstuhl ist die Veröffentlichung der Diplomarbeiten sowie erlaubten Publikationen über dieser Server auch angedacht.

Seit dem Initialaufruf aus Budapest sind jetzt 6 Jahre vergangen. Wie steht es um Open Access jetzt? Einen netten überblick, aufgeschlüsselt nach Fachdiszipilnen bietet die Informationsplattform Open Access. Hier kann man sehen, dass die Informatik bereits fleißig Open Access betreibt, während die Wirtschaftswissenschaften hier noch deutlich hinterher hängen. Wie steht es aber um die Wirtschaftsinformatik? Auch hier gibt es bisher eher wenige Erfolge. Open Access Journals gibt es bisher wenige. Und Konferenzen – die in der Wirtschaftsinformatik eine wichtigere Rolle spielen als in anderen Disziplinen – bieten oft einen sehr begrenzten oder gar keinen Zugang zu den Beiträgen (Bernius & Hanauske, 2007, S. 458 – 459). Bei Selbst-Archivierung liegt vielleicht die Schwierigkeit auch in der Zuordnung der Disziplin: Sollen sich die Wirtschaftsinformatiker den Informatikern anschließen oder doch in den Datenbanken der Wirtschaftswissenschaften publizieren?

Eine neuartigen Ansatz bitet das NAJEcon. NAJEcon steht für „Not a Journal of Economics“. Hier handelt es sich um keinen Journal, man kann also seine Arbeit nicht einreichen. Die freiwilligen Herausgeben schauen sich im Internet frei zugängliche, nicht-publizierte wissenschaftliche Arbeiten an und suchen die interessantesten Beiträge aus. Für diese schreiben Sie einen Review und verlinken sie. Die Idee: Der Autor gewährleistet durch die öffentliche Bereitstellunge des Dokuments die Punlikation, NAJEcon liefert das Peer Review.

Peer Review + Publication = Peer Reviewed Publication.

Wäre das vielleicht auch ein Modell für die Wirtschaftsinformatik? Schließlich wird ja immer wieder darauf hingewiesen, wie schnell verändernde Disziplin Wirtschaftsinformatik ist und wie wichtig ist es daher, Forschungsergebnisse innerhalb kürzester Zeit an den man zu bringen. Peer Reviewed Working Papers sind hier vielleicht gerade der richtige Ansatz. Jemand Lust auf ein Projektantrag? Als Motivation: Open Access Initiative wird manchmal auch belohnt.

Nachdenken über die studentische Seele

Ich habe gerade mit drei Studenten die AQUA Seminararbeiten besprochen. Ich finde ich hatte durchaus ein breites Spektrum an Studententypen getroffen, obwohl es nur drei waren: von totaler Frust und dem Gefühl ungerecht behandelt zu sein bis zu offener Neugier und Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Die Sitzung stimmt mich sehr nachdenklich. Unsere Studenten haben es schwer. Sie müssen Punkte sammeln und gute Noten bekommen. Und sie möchten etwas Neues lernen und ausprobieren. Diese zwei Ziele gehen aber oft in unterschiedliche Richtungen. Als Lehrender weiß ich das. Ich möchte vieles den Studenten positiv anrechnen, dennoch muss ich aber so sachlich, objektiv und gerecht bleiben, wie es nur geht. Es gibt aber Themen, die sich mit Studenten immer wieder nur schwer diskutieren lassen. Nachdenken über die studentische Seele weiterlesen

Was ist „wissenschaftlich“?

Als wissenschaftlich werden solche Aussagen bezeichnet, bei denen man den Wahrheitswert feststellen kann. Also solche, die als „wahr“ oder „falsch“ bezeichnet werden können.

Eine wissenschaftliche Aussage muss des Weiteren folgende Kriterien erfüllen:

  • Eine Aussage muss empirisch (d.h. an der Wirklichkeit) überprüfbar sein. Es muss möglich sein eine Aussage zu verifizieren (bestätigen) oder zu falsifizieren (ablehnen).
  • Es muss möglich sein, die Aussagen von vorhandenen Prämissen oder Axiomen logisch richtig abzuleiten.
  • Die Aussage muss in ihrer Gesamtheit widerspruchsfrei sein. Sie darf nicht aus zwei Aussagen bestehen, die sich gegenseitig widersprechen. Auch darf sie keine sich widersprechende Aussage beinhalten.
  • Eine Menge wissenschaftlichen Aussage muss Systematisiertheit aufweisen. Die enthaltenen Aussagen erfordern einen Klassifikations- und Begründungszusammenhang.
  • Um die oben genannten Kriterien zu erfüllen, muss eine Aussage auch verständlich sein. Hier wird eine größtmögliche Präzision der sprachlichen Ausdrücke gefordert.

Die oben genannten Kriterien beziehen sich auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit. Man kann aber auch die Wissenschaftlichkeit der Arbeitsprozesse selbst sowie der Arbeitshaltung betrachten. Hier sollten folgende Kriterien beachtet werden:

  • Vorurteilsfreiheit, d.h. es darf nichts, was zum Gegenstandsbereich des betroffenen Wissenschaft gehört, grundsätzlich ausgeschlossen werden
  • Öffentlichkeit, d.h. die Zugänglichkeit der Wissenschaft für Kritik
  • Provisorische Gültigkeit, d.h. keine wissenschaftliche Aussage darf als endgültig betrachtet werden
  • Konditionalität, d.h. die Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen eine Aussage gültig ist, müssen explizit genannt werden

Als nicht-wissenschaftlich gilt alles, was die obigen Kriterien nicht erfüllt. Dabei ist die Bezeichnung „nicht-wissenschaftlich“ kein Werturteil. Nicht-wissenschaftliche Forschungs- oder Beratungstätigkeit hat ihre Bedeutung und ihren Wert. Dagegen ist der Begriff unwissenschaftlich mit einem Werturteil verbunden. Als unwissenschaftlich werden nicht-wissenschaftliche Haltungen/Einstellungen/Vorgehensweise/Arbeitsergebnisse bezeichnet, wenn sie einen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben.

(Quelle: Heinrich, L.J. (1993), Wirtschaftsinformatik – Einführung und Grundlegung, Oldenbourg Verlag, München, Wien. S. 62-66)